Vor jeder Vergabe steht dieselbe Frage: Wie viele Interviews schaffen Sie bis wann? Die übliche Antwort lautet „ausreichende Kapazitäten" – und sagt nichts. Sie lässt sich nicht prüfen, nicht vergleichen und nicht in einen Projektplan übertragen.
Deshalb stehen auf dieser Seite Zahlen statt Zusicherungen: wie viele Interviewerplätze wir betreiben, wann telefoniert wird, was unser CATI-System leistet, wie mehrsprachige und aufgezeichnete Interviews laufen – und mit welcher Rechnung Sie die Feldzeit für Ihr Projekt selbst abschätzen können, bevor Sie ein Angebot einholen. Wie eine Telefonbefragung insgesamt aufgebaut ist, erklären wir auf der Übersichtsseite.
Unser Telefonstudio in Köln hat zehn feste Interviewerplätze. Dazu kommen Remote-Arbeitsplätze, die wir projektbezogen dazuschalten – in derselben Systemumgebung, mit denselben Regeln.
Diese Zweiteilung ist kein Zugeständnis, sondern der Grund, warum sich kurzfristige Feldzeiten überhaupt zusagen lassen. Ein reines Telefonlabor ist bei seiner Platzzahl gedeckelt: Wer zehn Plätze hat, hat zehn Plätze – auch wenn ein Projekt in der kommenden Woche das Doppelte bräuchte, und auch dann, wenn zwei Projekte gleichzeitig ins Feld gehen. Der feste Kern sichert Einarbeitung, eingespielte Abläufe und Supervision vor Ort; die skalierbare Ergänzung sichert die Spitze.
Was diese Tabelle nicht beantwortet, ist die eigentlich interessante Frage: Wie lange dauert Ihr Feld? Die Platzzahl allein entscheidet das nicht – das tun die beiden folgenden Abschnitte, und am Ende dieser Seite finden Sie die Rechnung dazu.
Wir telefonieren werktags tagsüber und abends. Das klingt nach einer Randnotiz, ist aber der Faktor, der Feldzeitpläne am häufigsten kippt – deutlich häufiger als die Platzzahl.
Der Grund: Eine Zielgruppe ist nicht acht Stunden am Tag erreichbar, sondern in einem Fenster. Wer eine Feldzeit auf Basis eines Achtstundentages rechnet, plant sie systematisch zu kurz und wundert sich in Woche zwei über den Rückstand. Realistisch sind drei bis fünf gut nutzbare Stunden pro Tag – je nachdem, wen Sie befragen lassen.
Praktisch heißt das: Wir legen die Anrufzeiten nicht pauschal fest, sondern nach Zielgruppe – und verteilen die Kontaktversuche je Nummer über verschiedene Tageszeiten und Wochentage. Eine Nummer, die dreimal am selben Dienstagvormittag nicht abgenommen hat, ist kein Ausfall; sie ist dreimal zur falschen Zeit angerufen worden.
Beim Wort „Remote" denken viele Auftraggeber zuerst an ein Risiko: Interviewer, die Kundendaten auf privaten Rechnern liegen haben, in einer Umgebung, die niemand kontrolliert. Der Einwand ist berechtigt, deshalb steht hier, wie es tatsächlich läuft.
Abgeschlossener Arbeitsbereich mit gestellter Technik, eingespieltem Team und Projektleitung im selben Raum. Kurze Wege, wenn im Feld etwas nachjustiert werden muss.
Hier laufen Einarbeitung, Pretest und Feldstart.
Für Projekte, die mehr Kapazität brauchen als zehn Plätze hergeben, oder die parallel zu einem laufenden Feld starten. Gleiches System, gleiche Fragebogenversion, gleiches Kontaktprotokoll.
Skaliert mit dem Projekt – nach oben und wieder zurück.
Die Daten liegen zentral, nicht auf dem Gerät des Interviewers. Alle Interviewerinnen und Interviewer sind auf Vertraulichkeit verpflichtet, für Ihr Projekt schließen wir einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO.
Details im Abschnitt Datenschutz bei Telefonbefragungen.
Der entscheidende Punkt ist nicht der Ort, an dem jemand sitzt, sondern wo die Daten liegen und wer auf sie zugreifen kann. Ein Interviewerplatz im Studio ohne saubere Rechteverwaltung wäre unsicherer als ein Remote-Platz mit zentraler Datenhaltung. Deshalb gelten für beide dieselben Regeln – und deshalb können wir Ihnen für beide dieselbe Auskunft geben.
Wie lange läuft Ihr Feld?
Nennen Sie uns Zielgruppe, Fallzahl und Interviewdauer – Sie bekommen eine belastbare Feldzeit statt einer Schätzung.
CATI steht für Computer Assisted Telephone Interviewing: Der Fragebogen läuft auf dem Bildschirm mit, die Antworten werden direkt erfasst. Welches Produkt dahintersteckt, ist für Ihr Projekt zweitrangig – entscheidend ist, was es im Feld tatsächlich übernimmt.
Mehr zur computergestützten Telefonbefragung und ihrem Ablauf steht auf unserer Seite zu CATI-Befragungen.
Auf Wunsch zeichnen wir Interviews auf. Das ist keine Selbstverständlichkeit und auch keine Kleinigkeit, deshalb hier die Bedingungen und der Nutzen im Klartext.
Die Bedingung: Aufgezeichnet wird nur, wenn die befragte Person vorher zugestimmt hat. Die Frage danach steht am Anfang des Interviews, nicht im Kleingedruckten, und ein Nein beendet die Aufzeichnung, nicht das Interview. Wer nicht zustimmt, wird ganz normal befragt – nur eben ohne Tonspur.
Der Nutzen liegt an drei Stellen: Erstens in der Qualitätssicherung – bei einem auffälligen Datensatz lässt sich nachhören, was tatsächlich gesagt wurde, statt zu spekulieren. Zweitens bei offenen Antworten, die im Bericht wörtlich zitiert werden sollen; ein O-Ton ist etwas anderes als eine mitgetippte Zusammenfassung. Drittens beim Interviewer-Feedback: Gesprächsführung lässt sich an echten Beispielen besser besprechen als an Kennzahlen.
Die Aufnahmen werden getrennt vom Datensatz gespeichert und nur so lange aufbewahrt, wie es der vereinbarte Zweck erfordert – [[?? Speicherfrist konkret, und: Bekommt der Auftraggeber die Aufnahmen auf Wunsch? ]]
Die Sprache muss zur Stichprobe passen, nicht zur Zentrale des Auftraggebers. Das klingt banal, wird aber regelmäßig übersehen – und zwar immer dann, wenn eine Adressliste international ist, die Fragebogenentwicklung aber im deutschen Hauptsitz stattgefunden hat.
Typische Fälle, in denen das zum Thema wird: internationale B2B-Kundenbefragungen mit Ansprechpartnern in mehreren Ländern; Mitarbeiterbefragungen in Unternehmen mit gewerblichen Standorten, an denen Deutsch nicht die Arbeitssprache ist; Befragungen in Grenzregionen. In all diesen Fällen entscheidet die Sprachwahl nicht über die Höflichkeit, sondern über die Ausschöpfung – wer die Frage nicht versteht, bricht ab oder antwortet ungenau.
Wir führen den Fragebogen sprachparallel: dieselben Fragen, dieselben Codes, ein gemeinsamer Datensatz. Die Sprachversion wird als Variable mitgeführt, sodass sich in der Auswertung prüfen lässt, ob die Antwortmuster zwischen den Sprachgruppen auseinanderlaufen.
Welche Sprachen für Ihr Projekt abgedeckt werden können, klären wir vor dem Angebot – nicht danach. Nennen Sie uns die Sprachen, die Ihre Stichprobe braucht, dann sagen wir Ihnen, was davon wir im Feld abbilden.
Qualität in der telefonischen Feldarbeit entsteht nicht am Ende bei der Prüfung des Datensatzes, sondern vorher – in der Vorbereitung und in den ersten Feldtagen. Fünf Schritte, die bei uns zu jedem Projekt gehören:
Auffällig ist, was hier nicht steht: eine Zahl zur Kontrollquote. Wir nennen bewusst keine, weil sie ohne die dazugehörige Regel nichts aussagt – 10 Prozent geprüfte Interviews sind wenig wert, wenn sie zufällig gezogen werden, und viel wert, wenn sie gezielt dort gezogen werden, wo die Feldkennzahlen auffällig sind. Wie wir in Ihrem Projekt prüfen, halten wir im Angebot fest.
Die Platzzahl ist nur einer von drei Faktoren. Wer eine Feldzeit abschätzen will, rechnet so:
Interviews je Tag
= besetzte Plätze × nutzbare Stunden im Erreichbarkeitsfenster × Nettointerviews je Interviewerstunde
Die ersten beiden Größen sind planbar. Der dritte Faktor ist derjenige, über den fast alle Fehlplanungen laufen – denn eine Interviewerstunde besteht nicht nur aus Interviewzeit. Sie besteht überwiegend aus Wählen, Klingeln, Anrufbeantwortern, Weiterverbindungen, Screening-Fragen und Verweigerungen. Ein 15-Minuten-Interview kostet selten 15 Minuten Interviewerzeit, sondern eher das Doppelte bis Dreifache.
Die Grafik zeigt, warum eine Fragebogenkürzung um fünf Minuten die Feldzeit spürbar verkürzt – und warum sie es nicht proportional tut. Wer von 25 auf 15 Minuten kürzt, gewinnt in diesem Beispiel rund ein Drittel mehr Interviews je Stunde, nicht 40 Prozent: Der Kontaktaufwand bleibt gleich, egal wie kurz das Interview ist.
Vier Größen bestimmen, wo Ihr Projekt in dieser Rechnung landet:
Genau deshalb nennen wir keine pauschale Wochenkapazität. Was wir nennen: eine konkrete Feldzeit für Ihr Projekt, sobald Zielgruppe, Fallzahl, Interviewdauer und Adressgrundlage feststehen – und die Annahmen, auf denen sie beruht, damit Sie sie nachrechnen können. Was ein Projekt anschließend kostet, steht auf unserer Seite zu den Kosten einer Telefonbefragung.
Kapazität für Ihr Projekt prüfen
Wir sagen Ihnen, was in Ihrem Zeitfenster machbar ist – und was nicht.
?Wie viele Interviewerplätze hat das Telefonstudio?
Zehn feste Plätze am Standort Köln, dazu Remote-Arbeitsplätze, die projektbezogen dazugeschaltet werden. Der feste Kern trägt Einarbeitung und Supervision, die Remote-Plätze decken Spitzen und parallel laufende Projekte ab. Für beide gelten dieselbe Systemumgebung und dieselben Datenschutzregeln.
?Wie viele Interviews sind pro Woche realistisch?
Das hängt weniger von der Platzzahl ab als von Interviewdauer, Erreichbarkeitsfenster, Adressqualität und Screening-Anteil. Eine Interviewerstunde erzeugt bei 15 Minuten Interviewdauer typischerweise ein bis zwei abgeschlossene Interviews – der Rest der Stunde geht für Kontaktversuche drauf. Wir rechnen die Feldzeit für Ihr Projekt vorab mit offengelegten Annahmen durch.
?Zu welchen Zeiten wird angerufen?
Werktags tagsüber und abends. Welches Fenster genutzt wird, richtet sich nach der Zielgruppe: Gewerbliche Ansprechpartner sind während der Geschäftszeiten erreichbar, Privathaushalte überwiegend am frühen Abend. Kontaktversuche werden über verschiedene Tageszeiten und Wochentage verteilt, damit eine Nummer nicht dreimal zur selben ungünstigen Zeit angerufen wird.
?Werden die Interviews aufgezeichnet?
Auf Wunsch und nur mit vorheriger Einwilligung der befragten Person. Wer nicht zustimmt, wird ohne Aufzeichnung befragt – das Interview kommt trotzdem zustande. Die Aufnahmen dienen der Qualitätssicherung und wörtlichen Zitaten im Bericht, werden getrennt vom Datensatz gespeichert und nach der vereinbarten Frist gelöscht.
?Arbeiten die Interviewer im Studio oder von zu Hause?
Beides, je nach Projektgröße. Für den Datenschutz macht das keinen Unterschied: Die Daten liegen zentral und nicht auf dem Gerät des Interviewers, alle Interviewerinnen und Interviewer sind auf Vertraulichkeit verpflichtet, und für Ihr Projekt schließen wir einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO.
?Wie kurzfristig kann ein Feld starten?
Zwischen Auftrag und erstem Interview liegen Programmierung des Fragebogens, Briefing und Pretest. Für ein Standardprojekt mit vorliegendem Fragebogen und sauberer Adressliste ist das eine Frage von Tagen, nicht von Wochen. Enge Termine sollten Sie uns früh nennen – dann planen wir die Besetzung entsprechend.
Sagen Sie uns, was erhoben werden soll – wir sagen Ihnen, wann es im Kasten ist
Für ein belastbares Angebot brauchen wir vier Angaben: Zielgruppe, angestrebte Fallzahl, ungefähre Interviewdauer und die Adressgrundlage. Daraus wird eine Feldzeit mit offengelegten Annahmen – keine Spanne, hinter der sich alles verstecken lässt. Wenn Ihnen einzelne Angaben noch fehlen, klären wir sie im Gespräch.